Julius Jäger (Cliff Aeros)
geb.1889). Bekannter Sensationsartist und Raubtierlehrer. 1940 heiratete er
Babette Belli (Zirkus Belli) . 1941 gründete er mit seinem Compagnon
Stenglein seinen ersten Circus. (Schlesicher Stromliniencircus)so genannt nach
den von Cliff Aeros selbst konstruierten Stromlinienwagen.1944 Beschlagnahme
des Winterquartiers in Strehlen (Schlesien) durch die Wehrmacht. Aeros spielte
nun in Görlitz (Varieté "Zwei Linden"). Am 07. Dezember
1945 eröffnete Cliff Aeros seinen Circusbau in Leipzig, auf dem
Gelände des im 2. Weltkrieg zerstörten Krystallpalast. Als gelernter
Zimmermann konstruierte er den Holzbau selbst und in nur 3 Monaten Bauzeit
entstand ein Kuppelbau (über 20 m Durchmesser) für 2000 Personen.
Jetzt gin es los im "Ruinen - Circus", der noch mangels einer Fasade
von 2 "Stromlinienwagen" flankiert wurde.

Zur Premiere trat Cliff Aeros mit seinem berühmten
"Caesar dem Wunderlöwen" auf. Der geschäftliche Erfolg
blieb jedoch, auch auf Grund der Zeit zunächst aus. Nach mehreren
Programmumstellungen und dem Engagement des Orchesters Curt Jacobsen (bekannt
aus dem Krystallpalast) wendete sich jedoch das Blatt. Es wurden monatlich
wechselde Circusprogramme geboten. Außer dem Leipziger Unternehmen
gründete Cliff Aeros mit Schmitter im Dresdener "Reichsadler"
das Aeros Variete und arbeitete auch mit Paula Busch und ihrem
Zeltgeschäft im Berliner ZOO zusammen.
1949 begann eine erste Tournee durch die sowjetische Besatzungszone.
| Ein Bericht aus der
"Leipziger Volkszeitung vom 11.11.1949
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| "Cliff Aeros", der
berühmte Artist und erfahrene Circusfachmann hat diesesmal einen neuen Weg
eingeschlagen, um die Gleichförmigkeit der Circus-Programme zu
unterbrechen. Er hat eine Clowntragödie geschrieben: "Warum
weinst Du, Bambino?" In dieses literarische Gerüst baute er
die circensische Darbietung hinein, so daß sie als Teil der Darbietung
erscheinen und einen sinnvollen Zusammenhang gewinnen. Es ist die rührende
Geschichte eines alt gewordenen Clowns, der als Raubtierdresseur auftritt und
die Bitterkeit des Alterns erlebt, die gerade für den Artisten besonders
schmerzlich ist. Die einzelnen Programmnummern sind von außerordentlichen
Niveau und eine Attraktion für sich. Im Mittelpunkt: Der sensationelle
Sprung eines jungen Artisten aus der Circuskuppel in den
Raubtierkäfig.Dieser Sprung stellt gleichermaßen eine hervorragende
Leistung des Dresseurs Cliff Aeros (Clown Bambino) dar. |
Im Sommer 1950 und 1951 reiste Aeros bereits im 12 Masten-
Circus, für damalige Verhältnisse eine Sensation.
| Am 18.Februar 1952 verstarb
Cliff Aeros an einer vereiterten Rippenfellentzündung und wurde unter
großer Anteilnahme auf dem Leipziger Südfriedhof
beigesezt. |
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Circus Aeros wurde Treuhandbetrieb der Stadt Leipzig und
später ein "volkseigener" Circus. Am 5. November 1952 begann
unter der Direktion von Karl Langenfeld die Wintersaison, unter anderem mit
Nummern des Circus Trolle Rhodin , Circus Max Holzmüller und Circus Elli
Benneweis. Zu sehen waren Manfred Benneweis, Gerd Simoneit und Maxi
Niedermeier. 
1953 reiste Aeros als 3- Manegen Rennbahncircus. 1954 folgte
ein Gastspiel in Budapest unter anderem mit Charlotte Rehfeld und den Sylvests.
Im folgenden Winter wieder ein Gastspiel des Circus Benneweis.
1955 folgte die Aeros - Circus-
Eisparade.
1956 wurde der feste Holzbau abgerissen. Der Franz Althoff
Bau aus Stuttgart wurde nach Leipzig transportiert und am gleichen Platz
errichtet.
| Aus der Zeitschrift
"Artistik" Mai 1956
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| ...Da sich in Westdeutschland kein
Interessent fand, wurde das Gebäude an den volkseigenen Circus Aeros
verkauft, der es in Leipzig gegenüber dem Hauptbahnhof auf dem
Gelände des früheren Krystall-Palast wieder aufbauen will. Zur
diesjährigen Herbstmesse soll bereits in diesem Circusgebäude
gespielt werden. Eröffnet wurde damals der Bau, der von der
Maschinenfabrik Esslingen hergestellt worden war und eine halbe Million Mark
kostete, am 16.Februar 1947... |
Am 1. April 1957 Eröffnung des Aeros-Varietes. Es
folgten monatlich wechselnde Programme, auch verschiedene Circusgastspiele. Aus
dem Aeros wurde später das "Haus der heiteren Muße", wurde
vom Fernsehfunk der DDR übernommen und für Unterhaltungssendungen
genutzt. Als Betriebsteil des VEB Zentralzirkus reiste Aeros jedoch weiter.
Nachdem der Fernsehfunk den Aeros Bau verließ sollte 1992 ein Abriß
erfolgen. Es war ein Geschäftshaus auf dem Gelände geplant. Am
8.Oktober 1992 um 16.05 Uhr ging der Bau in Flammen auf. Es war Brandstiftung

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